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03.01.2011 | Bürger-Schulterschluss | Renate Hartwig
Wie verlässlich ist die AOK Bayern?
Sehr geehrte bayerische AOK Patienten/Patientinnen,

Millionen von Ihnen haben ab April 2009, vertrauend auf eine gewohnte gute Versorgung bei Ihrem Hausarzt, einen Hausarztvertrag mit der AOK-Gesundheitskasse abgeschlossen. Durch diesen Vertrag wurde Ihnen vonseiten ihres Vertragspartners AOK suggeriert, die hausärztliche, wohnortnahe Versorgung sei dadurch gesichert! Außerdem wurden Ihnen Gesundheitsleistungen zugesichert und die Praxisgebühr über drei Quartale, insgesamt 30 Euro pro Jahr, erlassen.

Dieser Vertrag wurde, ohne Sie zu informieren, vonseiten der AOK, zum 31.12.2010 gekündigt. Damit werden Ihnen nicht nur die vertraglich zugesicherten mehr Aufwendungen bei Ihrem Arzt entzogen, sondern Sie sind ab 1.Januar wieder verpflichtet, die Praxisgebühr voll zu entrichten! Leider sind Sie auch nicht darüber informiert, dass dieselbe AOK – ausgehend durch ihren Vorstand Platzer - beteiligt und verantwortlich ist - wenn die hausärztliche, wohnortnahe Versorgung immer schneller verschwindet! Dass dieser Vorstand, für mich mit unlauteren, unanständigen, sogar undemokratischen Mitteln, gegen Hausärzte vorgeht, mit der Folge der massiven Schwächung aller niedergelassenen Ärzte in Bayern, ist den meisten AOK Patienten ebenfalls unbekannt!

Dieses Vorgehen des AOK-Vorstandes unterstützt die Ziele der Gesundheitsindustrie, die massives Interesse an der gesamten Übernahme unseres Gesundheitswesens hat. Die Folgen: Der Patient wird mit seiner Krankheit zum Produkt um die Gewinne der Aktionäre einzufahren, der Arzt ein versklavter, abhängiger Medizintechnokrat! Als AOK Mitglied, erfahren Sie auch nicht in der AOK-Zeitung die Hintergründe, wie ihre eigenen Probleme als Patient/Patientin, (immer höhere Kosten, immer mehr eingeschränkte Leistung, immer weniger Ärzte auf dem Land) entstehen. Wie Sie jedoch ab Januar 2011 erkennen können, schreckt die AOK Bayern auch nicht vor Vertragsbruch gegenüber ihren Versicherten zurück! Dieselbe AOK nimmt bis heute an, dass keiner der Millionen Patienten sein Recht auf Vertragserfüllung einfordert! Ich finde Sie müssen erfahren, wie sie von ihrer "Gesundheitskasse" für dumm verkauft werden und wie der bayerische Gesundheitsminister, der die Aufsicht gegenüber dieser AOK hat, Sie nicht vor den Taten dieses AOK-Chefs schützt und ihn immer weiter gewähren lässt!

Deshalb dieser Brief an Sie, verbunden mit der Aufforderung – wehren Sie sich – schreiben Sie an Ihre AOK, zeigen Sie, dass Sie sich nicht für dumm verkaufen lassen. Informieren Sie Mitbürger/Bürgerinnen. Viele informierte Patienten haben sich bereits heute in unseren regionalen Bürgertreffs besprochen. Sie fordern, die im Januar verlangte Praxisgebühr, von der Kasse zurück. Sie gehen alle auf ihre zuständige AOK und pochen auf Ihr Recht. Vergessen Sie nicht – es ist Ihr Beitragsgeld - mit dem hier vonseiten der Kassen – mit politischer Unterstützung - gepokert wird! Auf www.blog.renatehartwig.de sind ab Januar weitere detaillierte Hintergrundinformationen zum Thema.


Renate Hartwig/ Autorin
Bundesvorsitzende Bürgerschulterschluss e.V.
Foto: Geyer
Foto: Geyer


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